Warum ich nicht in Serie arbeite

Warum ich nicht in Serie arbeite

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Schmuck in Serie folgt einem festen Plan.  

Meine Arbeit folgt dem Prozess. 
Serien stehen für Wiederholung. Für Gleichmaß.
Für die Idee, dass ein Ergebnis planbar und reproduzierbar sein muss.

Meine Arbeit folgt einem anderen Prinzip.
Ich arbeite nicht in Serie, weil jedes Werk aus einem konkreten Moment entsteht. Aus einer bestimmten inneren Haltung. Aus Zeit, Konzentration und Material, die sich nicht wiederholen lassen. Auch wenn sich Formen ähneln mögen, ist der Weg dorthin jedes Mal ein anderer.

Eine Serie setzt voraus, dass das Ergebnis von Beginn an feststeht. Dass ein Werk zur Vorlage wird. Zur Schablone.
Für mich beginnt Arbeit jedoch dort, wo genau das noch offen ist. Wo Entscheidungen erst im Prozess entstehen und nicht im Voraus festgelegt werden.

Ein Werk ist für mich kein Produkt. Es ist eine Begegnung.
Und genau so wird es auch getragen.

Diese Haltung schließt Wiederholungen grundsätzlich nicht aus. In wenigen Fällen entstehen Arbeiten in einer bewusst kleinen Auflage. Diese Kleinserien sind kein industrieller Gedanke, sondern eine Grenze.
Für Menschen, die nicht suchen, was verfügbar ist, sondern was Bestand hat.
Sie definieren, wie oft eine Idee existieren darf, ohne an Spannung zu verlieren.

Wie entstehen Kleinserien?

Eine Kleinserie entsteht immer erst nach einem abgeschlossenen Werkprozess. Sie ist kein Startpunkt, sondern ein Nachklang. Erst wenn eine Arbeit in sich klar ist, kann sie in wenigen Exemplaren weitergegeben werden.

Auch diese Arbeiten werden einzeln gefertigt. Material, Zeit und Entscheidung bleiben Teil jedes einzelnen Stücks. Unterschiede werden nicht nivelliert, sondern zugelassen. Keine Arbeit gleicht der anderen vollständig, auch wenn sie denselben Ursprung teilen.

So entsteht Schmuck, der nicht ersetzt, sondern begleitet.
Sobald Wiederholung zur Routine wird, endet eine Serie.

Ich glaube nicht an Gleichförmigkeit im Schaffen. Ich glaube an Aufmerksamkeit. An das Ernstnehmen eines Gedankens, eines Materials, eines Moments. Ob als Einzelwerk oder in einer kleinen, klar begrenzten Auflage.

Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern die Haltung.
Weniger Arbeiten bedeuten nicht weniger Aussage.
Sie bedeuten mehr Verantwortung.
Für den Prozess.
Für das Werk.
Und für den Menschen, der es trägt.

Vielleicht wählen Sie genau deshalb nicht einfach Schmuck – sondern ein Stück, das bleibt. 

unterschrift

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